Gesamtsanierung Schulhaus Weidteile: Standort des Schulprovisoriums im Aalmattenquartier steht fest
02.09.2026
Für die Gesamtsanierung der Schulanlage Weidteile ist während der Bauzeit ein Schulprovisorium nötig. Der Gemeinderat hat dafür den Standort auf der Spielwiese im Aalmattenquartier beschlossen. Das Sanierungsprojekt der denkmalgeschützten Anlage bringt neben technischer Erneuerung auch architektonische Aufwertungen. Im Oktober 2026 wird die Bevölkerung an einer Informationsveranstaltung über den Standort des Provisoriums orientiert.
Die aus den 1960er-Jahren stammende Schulanlage Weidteile weist gemäss der Schulraumplanung der Stadt Nidau aus dem Jahr 2017 den grössten Sanierungsbedarf aller städtischen Schulen auf. Aufgrund erheblicher Mängel bei Statik, Haustechnik, Brandschutz, Energieeffizienz und Barrierefreiheit ist eine Gesamtsanierung unumgänglich. Da das Gebäude unter höchstem kantonalem Denkmalschutz (K-Objekt) steht, ist ein Abbruch rechtlich unmöglich. Gleichzeitig ist der Standort für die Stadt Nidau unverzichtbar. Der Schutzstatus der Denkmalpflege und der bestehende Unterhaltsrückstand erhöhen die Komplexität der Planung erheblich.
Architektonischer Befreiungsschlag des Siegerprojekts
Nach der Bewilligung des Planungskredits durch den Stadtrat im Jahr 2022 wurde ein zweistufiges Verfahren für einen Studienauftrag durchgeführt. In einem ersten Schritt wurden im Rahmen einer Präqualifikation aus 26 Bewerbungen fünf Planungsteams ausgewählt. Diese erarbeiteten anschliessend im Studienauftrag ihre Lösungsvorschläge für die Gesamtsanierung der Schulanlage Weidteile. Als Sieger ging das Projekt der spaceshop Architekten GmbH hervor, die den Zuschlag für die weitere Planung erhielt. Das Vorhaben sieht wesentliche Verbesserungen vor:
- Heller Haupteingang: Durch den Abbruch der bestehenden Rampe wird das dunkle Sockelgeschoss massiv aufgewertet.
- Feste Integration der Tagesschule: Die bisher extern untergebrachte Tagesschule zieht fest in die Anlage ein, was den unbefriedigenden Zustand am aktuellen Aussen-standort nachhaltig beendet.
- Nachhaltige Energie: Die Gasheizung wird komplett durch einen Anschluss an die Fernwärme ersetzt. Die Sanierung verbessert sowohl den sommerlichen als auch den winterlichen Wärmeschutz deutlich. Eine Photovoltaikanlage ermöglicht zudem die ökologische Stromproduktion für den Eigenverbrauch.
- Erneuerung der Bausubstanz und der Haustechnik: Nach zum Teil 60 Betriebsjahren haben verschiedene Bauteile und technische Anlagen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Mit der Gesamtsanierung werden die notwendigen Erneuerungen vorgenommen und die Schulanlage für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht.
- Signalwirkung fürs Quartier: Das Projekt setzt einen wichtigen gestalterischen Impuls, der die aktuell laufende, umfassende Quartieraufwertung im Weidteilegebiet massiv unterstützt und stärkt.
Um eine belastbare Kostengrundlage zu schaffen, läuft derzeit das optimierte «Vorprojekt Plus», für welches der Stadtrat im Jahr 2025 den Projektierungskredit einstimmig bewilligte.
Im Finanzplan 2026-2031 ist die Sanierung inklusive Schulraumprovisorien mit 32 Millionen Franken eingestellt. Der Gemeinderat setzt sich dafür ein, ein zweckmässiges und finanziell tragbares Projekt zu erarbeiten. Klar ist bereits heute, dass die Gesamtsanierung für die Stadt Nidau eine ausserordentlich grosse Investition darstellt. Sie ist zugleich eines der zentralen Grossprojekte der städtischen Investitionsplanung. Langfristig sind zur Werterhaltung der öffentlichen Infrastruktur und für notwendige Entwicklungen gemäss der städtischen Finanzstrategie durchschnittliche Investitionen von 4 bis 5 Millionen Franken pro Jahr vorgesehen. Gleichzeitig besteht eine jährliche Selbstfinanzierungslücke von rund 4 Millionen Franken. Um diese strukturelle Lücke zu schliessen und die Finanzierung der anstehenden Investitionen zu sichern, hat der Gemeinderat zu Beginn der Legislatur das Finanzpaket 2026-2029 geschnürt. Es umfasst 20 weitere Massnahmen in den fünf Bereichen Effizienz, Gebühren, Anlagen, Stadtentwicklung und Steuern und soll die Selbstfinanzierung der Stadt nachhaltig stärken.
Optimaler Standort für das Schulprovisorium
Da die Schulanlage während der Bauphase nicht genutzt werden kann, wird ein temporärer Modulbau errichtet. Nach intensiver Prüfung verschiedener Optionen hat der Gemeinderat den Standort auf der Spielwiese am Aalmattenweg 46 (Parzelle Gbbl. Nr. 767) beschlossen. Dieser Standort überzeugt durch:
- Nähe zum Einzugsgebiet der Schulanlage Weidteile.
- Sichere Lage in einem verkehrsberuhigten Quartier.
- Direkte Nachbarschaft zum Kindergarten Aalmatten für die optimale Nutzung bestehender Infrastrukturen und Synergien.
- Keine Mietkosten, da sich die Parzelle im Eigentum der Stadt Nidau befindet.
Zeitplan und nächste Schritte
- Oktober 2026: Öffentliche Informationsveranstaltung für die Bevölkerung zum Standort des geplanten Provisoriums.
- 2027: Politische Beratung und voraussichtliche Volksabstimmung über den Verpflichtungskredit.
- 2030: Geplanter Baubeginn und Bezug des Provisoriums.
- 2032: Geplante Inbetriebnahme der fertig sanierten Schulanlage.
Bevölkerung wird frühzeitig informiert
Der Gemeinderat legt grossen Wert auf eine transparente Information, insbesondere für das betroffene Aalmattenquartier. Aus diesem Grund findet am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19:30 Uhr in der Aula Schulhaus Weidteile eine öffentliche Informationsveranstaltung in Anwesenheit des Stadtpräsidenten Tobias Egger sowie der zuständigen Gemeinderäte Markus Baumann (Ressort Hochbau) und Käthy Lützelschwab (Bildung, Kultur und Sport) statt. Anlässlich der Informationsveranstaltung werden die Standortwahl sowie Details zum geplanten Provisorium erläutert.
Weitere Medienmitteilungen
- 01.09.2026Abschlussarbeiten am KreuzwegkreiselDie Sanierung des Kreuzwegkreisels in Nidau steht vor dem Abschluss: Nach der Modernisierung des wichtigen Verkehrsknotens im Jahr 2025 folgen im Herbst 2026 mit dem Einbau des definitiven Deckbelags die finalen Arbeiten.
- 27.08.2026Gemeinderatsbeschlüsse vom 25. August 2026Der Gemeinderat verabschiedet zuhanden des Stadtrats die Teilgrundordnung für das Bahnhofgebiet (ZPP 5), um nach rund 40 Jahren erfolgloser Anläufe einen verbindlichen Entwicklungsrahmen zu schaffen. Ziel der Vorlage ist es, das Stedtli durch zentralen Wohnraum, neue Gewerbeflächen, attraktive öffentliche Räume sowie unterirdische Parkplätze nachhaltig zu stärken, während die konkrete Umsetzung und Kreditierung erst in einem späteren Geschäft erfolgen sollen. Zudem initiiert der Gemeinderat in Umsetzung der Motion M 238 einen ergebnisoffenen und partizipativen Prozess zur Zukunft des Strandbads Nidau, um alle Nutzungs- und Betriebsoptionen für eine tragfähige Entscheidungsgrundlage transparent zu prüfen.
- 24.08.2026Ein lebendiges Stedtli dank grossem Engagement: Tanzende Kleider und Chinderfest am 12. September 2026 in NidauAm Samstag, 12. September 2026, verwandelt sich Nidau in eine lebendige Bühne. Mit der sechsten Ausgabe von «Tanzende Kleider» und dem traditionellen Chinderfest beleben gleich mehrere engagierte Akteure das Stedtli.