Einweihung der Gedenkstele für Léon Reich
08.05.2026
Die Gedenkstele der Stadt Nidau zu Ehren des Nidauer Unternehmers und Holocaust-Überlebenden Léon Reich (1925–2014) wird am 8. Mai 2026 eingeweiht. Das Denkmal an der Ecke Dr.-Schneider-Strasse/Oberer Kanalweg erinnert an sein grosses Engagement für Vermittlung und Versöhnung.
2025 hat der Gemeinderat Nidau in Absprache mit der Familie Reich beschlossen, zu Ehren von Léon Reich einen Gedenkstein zu errichten. Mit der Ausführung wurde die Bieler Künstlerin Hannah Külling beauftragt. Die fertiggestellte Stele an der Ecke Dr.-Schneider-Strasse/Oberer Kanalweg wird nun am Freitag, 8. Mai 2026 eingeweiht. Bei der Feier werden Stadtpräsident Tobias Egger, die Künstlerin Hannah Külling, Florian Hitz als Ideengeber des Projekts und Yves Reich, Sohn von Léon Reich, zu Wort kommen. Die Stele wird bewusst am 8. Mai, dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Tag des Gedenkens und der Versöhnung für die Opfer des Zweiten Weltkrieges, eingeweiht.
Symbolische Bedeutung der Stele
Die Stele erinnert an Léon Reichs verdienstvolles Wirken und an die Opfer des Holocausts. Sie wurde von der Bieler Künstlerin Hannah Külling entworfen und ist aus Travertin gefertigt, einem hellen Kalkstein. Der Gedenkstein mit einer dreieckigen Grundform ist im unteren Bereich entzweigebrochen und auf der Bruchstelle um 60 Grad gedreht wieder aufeinandergesetzt, so entsteht die Form eines Davidsterns – eines zentralen Symbols des Judentums. Diese brachial wirkende Stele kann als Zeichen für die Shoah (hebräisch für «Katastrophe») interpretiert werden. Eine weitere Bruchlinie auf Augenhöhe steht für die Fähigkeit, an traumatischen Erfahrungen nicht zu zerbrechen, sondern trotzdem ein erfülltes Leben zu führen. «Wenn der Mensch sich erinnert, vermag er dem Wiederholungszwang zu entgehen, dann kann heilen, was durch brachiale Gewalt gebrochen wurde», erklärt Hannah Külling.
Zum 100. Geburtstag
Als Überlebender des Holocausts hatte sich Léon Reich ab den 1990er-Jahren in Schulen und mit öffentlichen Vorträgen dafür engagiert, dass die Opfer des Völkermords an den europäischen Juden nicht in Vergessenheit geraten. Er wollte nachfolgende Generationen dazu bewegen, aus der Vergangenheit zu lernen. Am 13. Dezember 1925 in Polen geboren, war er als 17-Jähriger ins Arbeitslager Blechhammer deportiert worden, das zum Konzentrationslager Auschwitz gehörte. Nur knapp überlebte er die Vernichtungsmaschinerie des Nazi-Regimes: Nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald 1945 wurde er als Flüchtling in der Schweiz aufgenommen. Er schloss die Ausbildung zum Uhrmacher ab und lebte dann von 1958 bis zu seinem Tod 2014 in Nidau. Hier gründete er 1964 die Firma Hormec Technic SA, die bis heute in Ipsach Präzisionsgeräte für die Uhrenindustrie herstellt. Léon Reichs Geburtstag jährte sich im Dezember 2025 zum hundertsten Mal.
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